Die Weichen für die Produktion der Zukunft stellen

2500 Aussteller, 75.000 Besucher*innen und ein vielseitiges Kongressprogramm: Nach pandemiebedingter Zwangspause konnte die größte Industriemesse der Welt wieder durchstarten. Mit dabei war auch das Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL: Als Teil des von der OstWestfalenLippe GmbH, owl maschinenbau und dem it´s OWL Clustermanagement organisierten Gemeinschaftsstands stellte das Zentrum nicht allein Angebote und Best Practices vor, sondern machte mit zwei Demonstratoren auch die Vorteile von Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz (KI) erfahrbar.

Wie kann die Produktion der Zukunft gestaltet werden? Antworten auf diese Frage gaben 25 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke auf dem 378 Quadratmeter großen und durchgängig gut besuchten Gemeinschaftsstand mit aktuellen Forschungsansätzen und Lösungen. Darunter die Demonstratoren vom Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL, die den Standbesucher*innen praxisnah und verständlich vor Augen führten, wie innovative Technologien Prozesse in Produktionsunternehmen optimieren und Mitarbeitende unterstützen können.

So machte zum Beispiel der KI-Wasser­kreis­lauf-Demons­trator die Poten­ziale deutlich, die Künst­liche Intel­li­genz in der Fehler­prä­ven­tion und -analyse von Sensornetzwerken bieten kann. „Auf diese Weise können Service­tech­niker*innen etwa in komplexen Rohr­lei­tungs­sys­temen ziel­si­cher Fehler aufspüren und beheben, ohne lange suchen zu müssen,“ erklärte Nissrin Perez  vom Fraun­hofer IOSB-INA.

Zudem konnten Interessierte in die virtuelle Realität eintauchen und sogenannte „Serious Games“ ausprobieren, die in der Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden können. Mit dem Kommis­sio­nier-Simulator „PickNick“ können z.B. Kunden­auf­träge in einer Lage­rum­ge­bung zusam­men­ge­stellt werden, um so Abläufe und Regeln zu trai­nieren. Bei „Incoming Goods“ wird getestet, ob neue Mitarbeiter*innen neu im Lager einge­gan­gene Waren ordnungs­gemäß prüfen können. Bei beiden Anwendungen steht der Lerneffekt im Zentrum: „Besonders in Bereichen, in denen die Mitar­bei­ter­fluk­tua­tion hoch ist und Zeit­ar­beits­firmen omni­prä­sent sind, lässt sich mit dem Spiel unge­schultes Personal schnell für neue Aufgaben quali­fi­zieren“, fasst Simon Lech­ten­berg (Fraun­hofer IML) zusammen.

Theoretischer, aber nicht weniger zukunftsweisend ging es beim Forum tech transfer und beim Forum Industrie 4.0 NRW zu. In insgesamt vier Vorträgen gaben die Expert*innen vom Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL Einblicke in Digitalstrategien für KMU, beispielhafte Transformationsmodelle für Unternehmen der Branchen Kunststoff, Lebensmittel und Metall sowie Möglichkeiten, mit Open Source-Apps neue Geschäftsmodelle zu erschließen. „Uns ist es wichtig zu zeigen, wie industrielle Transformation auch in KMU gelingt – ob mit Transferprojekten, im Rahmen von Vorträgen oder praxisnahen Demonstrationen. Veranstaltungen wie die Hannover Messe bieten uns dafür eine wichtige Plattform“, erklärt Wolfgang Marquardt (OstWestfalenLippe GmbH) und zieht ein positives Fazit des gemeinsamen Messeauftritts: „Wir haben viele Gespräche geführt, Netzwerke ausgebaut und wieder neue Einblicke in die Herausforderungen von KMU bekommen. Diese helfen uns, unsere Arbeit noch gezielter auf die Bedürfnisse des Mittelstands auszurichten.“

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